In diesem Beitrag soll es um das Leichte, das Schöne, die Freude in der Paarbeziehung gehen und darum, wie wir den Blick mehr auf die positiven Seiten des Gegenübers sowie der gemeinsamen Beziehung richten können. Es soll dabei nicht um eine verdrängende Positivität gehen, welche negiert, dass es auch Schwierigkeiten gibt, sondern darum, sich Bewusst (auch) der Sonnenseite der Beziehung zu widmen.

Insbesondere während Konflikten oder stressigen Zeiten kann es schnell passieren, dass sich unser Blick auf das Gegenüber und die Beziehung verengt und Schwieriges oder Störendes im Fokus stehen. Dann kann es sein, dass das, was alles gut läuft, das, was wir am anderen toll finden oder lieben in den Hintergrund rückt.

Dann kann es sich lohnen, innezuhalten, sich bewusst zu fragen, was man am anderen und an der gemeinsamen Beziehung mag. Was sind unsere Stärken? Was zieht uns rauf? In welchen Momenten erleben wir eine Leichtigkeit, Freude oder Zufriedenheit? Wann fühlen wir uns verbunden oder nahe? Was schätzt man am Gegenüber? Oder man kann sich schöne Erinnerungen wachrufen, beispielsweise wie war es als wir verliebt waren? Wie hat sich das angefühlt? Was hat damals gutgetan oder Freude gemacht? Was haben wir schon alles gemeinsam gemeistert? Was haben wir schon Schönes, Spannendes oder Herausforderndes miteinander erlebt? Gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen und diese in ein (ev. physisches) Schatzkästchen zu legen, stärkt das Gefühl von Verbundenheit und Nähe.

Die gemeinsame Verbundenheit kann auch durch tägliche kleine Dinge gestärkt werden. Marcel Schär und Simone Gmelch, beides Psycho- und Paartherapeuten sowie ein Ehepaar, beschreiben in ihrem Buch «Liebe ist mehr als wir denken» den «Kreis der Kleinigkeiten mit grosser Wirkung». In der Mitte des Kreises steht das tiefgehende Interesse für das Gegenüber. Aus dem Interesse heraus entstehen weitere «Kleinigkeiten» wie Dankbarkeit, Zärtlichkeit, Wohlwollen, Grosszügigkeit und Verzeihen. Diese Haltungen und Gesten kann man in den (Beziehungs-)Alltag einbauen und je mehr uns dies gelingt, desto stärker wird deren positive Wirkung. Durch echtes Interesse entstehen spannendere Gespräche, mit mehr gefühlter und ausgedrückter Dankbarkeit steigt auch die Wertschätzung füreinander, durch mehr Zärtlichkeit fühlen wir uns verbundener und näher. Wenn es uns gelingt dem Partner oder der Partnerin gegenüber grosszügiger zu sein, fällt es ihm oder ihr auch leichter, selbst grosszügig zu sein. Rituale können helfen, diese «Kleinigkeiten» zu kultivieren, beispielsweise eine zärtliche Berührung bei der Begrüssung, sich beim Zähneputzen zu überlegen, wofür man dankbar ist oder sich beim Abendessen für den Tag des Gegenübers zu interessieren. Es tönt einiges einfacher als es ist und man muss vielleicht teilweise über den eigenen Schatten springen. Es lohnt sich, sich darin zu üben und so mehr Zufriedenheit und Positivität in die Beziehung zu bringen.

Wenn Sie gerne mehr über das Thema Ressourcen und Positivität in der Paarbeziehung erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen einen Besuch bei unserem Paar-Apéro in Pfäffikon am 17. März 2026. Hier geht es zur Anmeldung.

Fabienne Feger, Paarberatung im Kanton Zürich, Beratungsstelle Wetzikon